Wie raucht man eine Zigarre richtig: Die wichtigsten Tipps für Einsteiger

Zigarre rauchen will gelernt sein: Wir zeigen dir als Anfänger Schritt für Schritt, wie du die richtige Zigarre wählst, sie anschneidest, anzündest und stilecht genießt, ohne sie auf Lunge zu rauchen.
Das Rauchen, oder eher Paffen, einer Zigarre ist mehr als nur ein Zeitvertreib. Es ist eine Tradition, die es schon seit Jahrhunderten gibt. Für viele ist eine Zigarre ein Moment zum Entspannen oder um etwas zu feiern. Aber wie genießt man eine Zigarre eigentlich richtig?

Die Zigarre - Dokumentation von NZZ Format (2004)
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Die richtige Zigarrenwahl
Welche Zigarre schmeckt am besten? Das kann eigentlich nur jeder für sich selbst beantworten, am Ende ist es Geschmackssache. Ein paar Tipps helfen aber dabei, die eigenen Vorlieben mit der passenden Zigarre zusammenzubringen.
- Typen von Zigarren: Zigarren unterscheiden sich in Form und Größe. Manche sind dick, andere dünn. Einige sind gerade, während andere eine besondere Form haben. Es gibt keine „beste" Form oder Größe, es hängt alles von deinem persönlichen Geschmack ab.
- Herkunft: Genau wie bei Wein hat auch der Ort, an dem der Tabak gewachsen ist, großen Einfluss auf den Geschmack der Zigarre. Zigarren aus Kuba sind zum Beispiel weltberühmt, aber auch Länder wie die Dominikanische Republik, Honduras und Nicaragua produzieren hervorragende Zigarren.
- Empfehlungen für Anfänger: Wenn du noch nicht viel Erfahrung mit Zigarren hast, ist es ratsam, mit milderen Varianten zu starten. Die bieten einen sanften Einstieg. Sobald du mehr Erfahrung hast, kannst du zu stärkeren Zigarren greifen und die verschiedenen Geschmacksrichtungen und Stärken entdecken.
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Zigarre anschneiden
Bevor du eine Zigarre genießt, solltest du sie richtig anschneiden. Das ist wichtig, damit sie gleichmäßig brennt und sich der Geschmack des Tabaks voll entfalten kann.
- Werkzeuge zum Anschneiden: Es gibt spezielle Schneidwerkzeuge für Zigarren, oft als Zigarrenschneider bezeichnet. Dabei gibt es verschiedene Arten von Schneidern, aber die gebräuchlichsten sind der Guillotinenschneider und der V-Cut-Schneider. Der Guillotinenschneider schneidet das Ende der Zigarre gerade ab, während der V-Cut-Schneider ein V-förmiges Stück aus dem Ende der Zigarre entfernt.
- Technik des Anschneidens: Halte die Zigarre mit einer Hand fest und setze den Schneider mit der anderen Hand am Kopf der Zigarre an (das Ende, das du in den Mund nimmst). Schneide nicht zu viel ab, nur einen kleinen Teil des Endes, damit genug Zugluft bleibt. Achte darauf, dass der Schnitt sauber und gerade ist, dann brennt die Zigarre gleichmäßiger.
Ein sauberer Schnitt macht den Unterschied für ein angenehmes Raucherlebnis, deshalb lohnt sich gutes Equipment. Weitere Tipps gibt's im Video:

So schneidet man richtig Zigarren an
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Zigarre richtig anzünden
Genau wie beim Anschneiden ist auch das richtige Anzünden entscheidend für den Genuss. Hier eine kurze Anleitung, wie du deine Zigarre richtig anzündest:
- Zündmittel wählen: Für eine gleichmäßige Flamme eignet sich ein spezielles Zigarrenfeuerzeug mit Jet-Flame (Strahlflamme) besonders gut, vor allem an windigen Tagen. Im entspannten Alltag reicht aber auch ein zuverlässiges, nachfüllbares Butan-Feuerzeug wie der Clipper völlig aus. Wenn du dir ein Clipper kaufen willst, achte nur darauf, dass reines Butangas drin ist. Sonst leidet der Geschmack der Zigarre. Alternativ gehen auch Streichhölzer. Lass dabei das Schwefelende kurz abbrennen, bevor die Flamme die Zigarre berührt, das verhindert einen unangenehmen Beigeschmack.
- Zigarre positionieren: Halte die Zigarre in einem 45°-Winkel über die Flamme, ohne sie direkt zu berühren. Dreh sie dabei langsam, damit das Ende gleichmäßig brennt.
- Erster Zug: Sobald das Ende brennt, nimm einen ersten Zug und schau, ob der Rauch gleichmäßig kommt.
- Bei Bedarf nachbessern: Brennen einzelne Stellen nicht mit, zünde sie vorsichtig nach, damit alles gleichmäßig glüht.
Übrigens gibt es beim Feuerzeug-Typ ein paar Unterschiede, die den Geschmack deiner Zigarre beeinflussen können. Jet-Flame-Feuerzeuge ziehen vor dem Verbrennen Luft an und erzeugen dadurch eine fast rußfreie, bis zu 1.300 °C heiße Flamme, ideal für eine präzise Zündung auch bei Wind. Klassische Butan-Feuerzeuge wie der Clipper brennen mit einer weicheren Flamme, sind dafür aber günstiger, leicht nachfüllbar und für zu Hause völlig ausreichend. Wenn du die Unterschiede genauer nachlesen willst, findest du in diesem Zigarren-Ratgeber eine gute Übersicht.

Zigarre paffen
Zigarren sind schon was Besonderes in der Welt des Tabaks. Im Gegensatz zu Zigaretten, bei denen der Rauch inhaliert wird, „pafft" man die Zigarre. Beim Paffen behältst du den Rauch im Mund und bläst ihn nach ein paar Momenten wieder aus, ohne ihn in die Lunge zu ziehen. So schmeckst du die verschiedenen Nuancen und Aromen der Zigarre auf der Zunge.
Wichtig: Zigarrenrauch ziehst du nicht auf Lunge, du inhalierst ihn also nicht. Das kann nicht nur ordentlich Husten auslösen, sondern nimmt dir auch das Geschmackserlebnis, für das Zigarren eigentlich geschätzt werden.
Zigarrenasche richtig entfernen
Beim Zigarrerauchen gehört auch dazu, auf die Asche zu achten, die sich am Ende bildet. Bei einer gut gemachten Zigarre kann die Asche überraschend lang werden, ohne abzufallen. Trotzdem gibt es einen richtigen Zeitpunkt und eine richtige Methode, sie loszuwerden.
- Wann sollte man die Asche entfernen? Du musst die Asche nicht ständig abklopfen. Als Faustregel: warte, bis sie etwa zwei bis drei Zentimeter lang ist. Dann kannst du sie entfernen, bevor sie unerwartet abfällt und Klamotten oder Möbel verschmutzt.
- Wie entfernt man die Asche? Statt die Zigarre kräftig im Aschenbecher abzuklopfen, roll sie lieber vorsichtig oder tippe sie leicht gegen den Rand. So löst sich die Asche sanft, ohne dass die Glut ausgeht.
Klopf die Asche nicht zu oft ab, sonst geht dir die Zigarre eher aus.

Tipps für Zigarren-Anfänger
Am Anfang tauchen beim Zigarrenrauchen oft viele Fragen auf. Deshalb hier ein paar Tipps, die dir helfen, diese Tradition schätzen zu lernen.
- Qualität einer Zigarre beurteilen: Eine gute Zigarre zeichnet sich oft durch eine gleichmäßige Farbe und eine feste, aber nicht zu harte Beschaffenheit aus. Risse oder Löcher in der Hülle können auf Qualitätsmängel hinweisen.
- Lagerung und Pflege: Bewahr deine Zigarren an einem kühlen Ort auf, am besten in einer speziellen Box, einem Humidor. Das schützt sie vor dem Austrocknen und hält den Geschmack.
- Rauchtempo: Lass dir beim Rauchen Zeit. Ein bis zwei Züge pro Minute sind meist ideal, ziehst du zu oft, wird die Zigarre zu heiß und verliert an Geschmack.
- Nicht auf den Boden ausdrücken: Am Ende solltest du die Zigarre nicht wie eine Zigarette auf dem Boden austreten. Lass sie stattdessen im Aschenbecher von selbst ausgehen.
- Zigarrenringe: Feste Regeln gibt's hier nicht: manche lassen den Ring die ganze Zeit dran, andere nehmen ihn vor dem Anzünden ab.
Am wichtigsten ist, dass du den Moment genießt, egal ob allein oder mit anderen. Die Routine kommt mit der Zeit von ganz allein.
Zigarren & Spirituosen
Das passende Getränk kann das Zigarrenerlebnis richtig aufwerten. Ein paar Klassiker, die traditionell zu Zigarren kombiniert werden, weil sie die Aromen ergänzen:
Whisky
Whisky, insbesondere Single Malt oder Bourbon, hat eine tiefe und komplexe Aromenvielfalt, die von rauchig bis süß reicht. Das kann besonders gut zu Zigarren passen, die ebenfalls eine Vielzahl von Geschmacksrichtungen mitbringen. Ein rauchiger Whisky passt zum Beispiel gut zu einer kräftig-würzigen Zigarre, während ein süßer Bourbon die subtilen Noten einer milden Zigarre hervorheben kann. Lust, das mal live auszuprobieren? Ein Whisky-Tasting ist auch eine schöne Geschenkidee, zum Beispiel für den nächsten runden Geburtstag.


Rum
Ein guter, alter Rum mit seinen karamellisierten, süßen Noten kann ein hervorragender Begleiter für viele Zigarren sein. Er unterstreicht die natürliche Süße des Tabaks und rundet die Raucherfahrung harmonisch ab. Hast du eine kräftige Zigarre, probier einen dunklen, reichhaltigen Rum. Zu leichteren Zigarren passt eher ein weißer oder goldener Rum.


Wenn du tiefer in Kombinationen aus Zigarren und Spirituosen einsteigen willst, sind spezielle Verkostungen eine gute Anlaufstelle, als Präsenz- oder Online-Event.
Wein
Nicht ganz so traditionell wie Rum oder Whisky, aber ein guter Wein passt trotzdem gut zur Zigarre. Ein vollmundiger Rotwein wie Cabernet Sauvignon oder Malbec ergänzt die erdigen Töne. Magst du lieber Weißwein, passt ein reicher, im Eichenfass gereifter Chardonnay gut dazu. Süße oder prickelnde Weine überdecken den Geschmack eher, die solltest du eher meiden.
Fazit
Zigarrenrauchen ist eine kleine Kunst für sich, die seit Generationen weitergegeben wird. Es geht dabei nicht ums Tabakverbrennen, sondern darum, sich Zeit zu nehmen und den Moment zu genießen. Mit der richtigen Technik und etwas Wissen kannst du dir diese Tradition selbst erschließen, egal ob du gerade erst anfängst oder schon Erfahrung hast. Übrigens: Eine gute Zigarre ist auch ein schönes Geschenk, zum Beispiel für den Opa, die man super zusammen erleben kann.


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